9 Zürcher Feinkostläden für Gourmets

Orangen aus Sizilien, lokales Brot oder Fischkonserven aus Spanien: Diese Zürcher Delikatessen-Läden haben die beste Auswahl an kulinarischen Spezialitäten.

Günstig ist der Einkauf in einem Feinkostladen selten, wenn man bei den Spezialisten der Branche und nicht im Supermarkt shoppen will. Man muss sich nur ein bisschen in acht nehmen und nicht das kaufen, was extrem besonders ist, sondern jenes, was Saison hat und ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist. Käse wie den Vacherin Mont d’Or zum Beispiel, Orangen aus Sizilien, Wintergemüse. Überteuerte Essige dürfen ruhig im Regal stehenbleiben. Wer sparen will: Panettone kann man gerade jetzt da und dort zum Sonderpreis ergattern, denn den will nach Weihnachten fast niemand haben. Und mit gutem Brot, erstklassigen Sardinen aus der Dose und frischen Zitronen lässt sich allemal ein günstiges Festmahl zubereiten.

Gute Adressen für Feinkost in Zürich

1. Lagotto: Der Neue an der Langstrasse

Feinkost, ein paar Schritte von der Langstrasse entfernt? Wo es ja eher um Fast Food der wenig attraktiven Art und bloss manchmal um echte Delikatessen geht? Jawohl! Denn die Gegend um Nietengasse und Dienerstrasse hat sich zu einem kleinen Gourmetparadies entwickelt. «Gamper Restaurant» und «Gamper Bar» prägen die wenig befahrene Ecke. Genau dazwischen befindet sich ein kleiner, feiner Weinshop, und ein paar Schritte weiter nun der neue Feinkostladen Lagotto. Das Brot (Züribrot) sieht klasse aus, die Fischkonserven aus Spanien (Austern in Escabèche) sind in unglaublicher Vielfalt zu haben.

2. Berg und Tal: Alles Edle

Man weiss gar nicht, wo man anfangen soll in diesem Geschäft, das von Tessiner Polenta bis zu Edelkonserven fast alles bietet, was man braucht. Einige der besten Saucen, Öle und Pestos, die man finden kann, Wermut der Spitzenklasse und ausgezeichneter Kaffee sind hier Standard – und die Schokolade! Mein Weg führt im Berg und Tal im Viadukt meist direkt zu den Würsten von Tanya Giovanoli. Von denen kann man gar nicht genug bekommen. Man muss sich aber klarmachen, dass sie nicht ewig haltbar sind.

3. Ramos: Der liebliche Quartierladen

Ich habe mich vergewissert, dass er noch da ist, der Quartierladen neben der «Wirtschaft zum Neumarkt», die am Tag vor Weihnachten endgültig ihre Pforten schloss. Ein grosser Verlust, der aber dadurch gemildert wird, dass Herr Ramos nicht ans Aufgeben denkt. Wer frische Orangen der Kategorien Tarocco und Moro haben will, wird hier fündig, aber auch bei Charcuterie und Kaffee ist man prima sortiert. Die Baguette sollte man kaufen, solange es hat, und das hausgemachte Birchermüesli ist unvergleichlich.

Der Quartierladen Ramos im Niederdorf. (Bild: Wolfgang Fassbender)

4. Tritt: Mehr als nur Käse

Ein Käseladen, in dem man allerdings auch Brot, Joghurt und mehr kaufen kann. In den Tritt-Laden im Viadukt kommt man aber halt schon primär des Käse wegen. Falls Vacherin Mont d’Or keine Saison haben sollte, ist immer noch genügend Emmentaler vorrätig – ganz rechts in der Theke. Dass bei diesem Grosslochkäse erhebliche Qualitätsunterschiede bestehen, wissen noch nicht alle. Der älteste ist nicht immer der beste, aber die Tritt-Expertinnen erklären einem, was man probieren sollte.

5. Schwarzenbach: Der Alteingesessene

Jedes Jahr Ende November gehe ich zum Schwarzenbach, um frisches Orangeat und Zitronat zu kaufen. Nicht die verpackte Ersatzware gleichen Namens aus dem Grossverteiler, sondern die echten kandierten Schalen, die von den Verkäuferinnen vorsichtig aus der Schachtel genommen werden. Unentbehrlich, um Christstollen zu backen! Die kandierten Kumquats lohnen aber auch den Besuch, der Bio-Reis aus Kanada ist grossartig, und die geräucherten Kastanien aus der Schweiz sind eine Verlockung. Das Schoko-Geschäft nebenan ergänzt das Angebot des historischen Schwarzenbach-Ladens – und der Kaffee ist legendär.



Kennt man einfach: Schwarzenbach im Niederdorf. (Bild: Wolfgang Fassbender)